"Aquaclub Südharz" e.V. Hettstedt

Informationen

Seite 1:
Wozu gibt es einen Aquarienverein?

Seite 2:
Einheimische Fische

Redaktion: Detlef Schulze; fachl.Beratung: H. Hepach

Das Leben eines Spiegelkarpfens
Der Aquaclub war auf Tümpeltour an den Walbecker Teichen

Unsere heimischen Fische
sind irgendwie besonders!

Vereinsmitglied Hagen Hepach wünscht sich wie jedes Jahr einen Sommer mit schon 20°C Wassertemperatur im Mai und mindestens 25°C im Juli.
Die Arbeit für ihn begann aber schon im Februar. Ein trockengelegter Teich wird "bespannt". Er wird mit Wasser und einigen Geheimnissen gefüllt. Die Karpfen kommen vier Wochen später mit 5-7cm Körperlänge aus der Aufzuchtstation in den See, in dem es jetzt von Wasserflöhen und Hüpferlingen wimmelt. Das Wasser bietet für die kleinen Fische erst einmal genug Nahrung. Aber nicht das ganze Jahr. Irgendwann sind Wasserflöhe und die anderen Tierchen, die für klares Wasser sorgen, aufgefressen. Das Wasser wird trübe. Für den Züchter heißt das: Ab jetzt muss nachgefüttert werden.
Wenn mir Hagen Hepach gesagt hätte, er braucht Getreide dazu; ich hätte das für Fischerlatein gehalten. Aber tatsächlich werden diese K1-Fische (Karpfen im 1.Lebensjahr) mit Getreide egal welcher Art gefüttert. Die Tiere wandeln das pflanzliche Eiweiß der Körner in tierisches Eiweiß um.

Die kleinen Karpfen verfünfzigfachen ihr Gewicht im ersten Jahr, wenn man nicht zuviel und auch nicht zu wenig füttert. Dazu gehören aber viel Erfahrung und ein optimaler Sommer mit hohen Wassertemperturen. Der Karpfen kommt nun einmal aus Mittel- und Südasien und da ist es wärmer.
Zu Beginn des 2. Lebensjahres ziehen die Karpfen oft in ein neues Gewässer um. Viele finden ein Zuhause in größeren Seen, die aber auch eine Menge Feinde, wie den Hecht, haben.
Die Jungkarpfen dürfen bei möglichst hohen Wassertemperaturen weiter- wachsen, im zweiten Jahr noch einmal um das Zehnfache ihrer Körpermasse. Dabei begegnen ihnen in Walbeck Stichlinge, Schleie, Rotfedern, Plötzen, Gründlinge und Zander.
Nach der Winterruhe im 3. Jahr dürfen sie ihr Gewicht noch einmal verdreifachen, ehe sie 1,2kg bis 1,5kg auf die Waage bringen und für die Pfanne bereit sind.
Ein Karpfen kann vielleicht 20 Jahre werden und auch mehr als 15kg wiegen. Aber für den Züchter sind ältere Karpfen nicht mehr rentabel, oder ...

Eine Rotfeder aus Walbeck fühlt sich auch wohl im Süßen See. Sie kommt auch im Schweriner See zurecht und hat auch keine Probleme in einem Seitenarm der Donau. Das gilt für fast alle einheimischen Fischarten.
So gut haben es aber Fische in Thailand oder vom Amazonas nicht. Wenn sie in andere Gewässer kommen, dann haben sie große Schwierigkeiten. An neue Umweltbedingungen gewöhnen sich diese Arten nur schwer.
Historisch gesehen sind unsere einheimischen Fischarten gat nicht so alt. Vor 10000 Jahren war die letzte Eiszeit. Erst danach entwickelten sich Schlei, Plötze und Stichling. Sie haben sich in ganz Mitteleuropa fast gleichzeitig entwickelt und genug Kraft, mit sich ändernden oder widrigen Bedingungen zurecht zu kommen.
Der Karpfen hat es schwerer. Er kommt aus Asien und braucht seine Bedingungen. Der schnelle Temperatur- anstieg im März dieses Jahres hat ihm nicht gefallen. Aber er ist robust. Lebensraum- und Wasserwechsel übersteht er recht gut.


Der Aquaclub zu Gast an den Fischteichen in Walbeck.

Jedes Jahr ein Highlight
Die Tümpeltour

Im Sommer jeden Jahres geht es einmal nach Walbeck. Dort überrascht uns Hagen Hepach nicht nur mit einem zünftigen Grillfest, sondern traditionell mit einer Führung durch seine Teichlandschaft, bei der wir Neues über Teichfischzucht erfahren. Beim letzten Rundgang zeigte uns der Gastgeber, dass auch professionelle Fischzucht und Naturerleben kein Widerspruch ist. Hagen Hepach ist stolz auf seltene Vogelarten und andere geschützte Tiere und Pflanzen, die sich in und um seine Teiche angesiedelt haben.

Aquaclub Südharz e.V. Hettstedt
Vorsitz: Hagen Hepach
Adresse:Peter Falkmann,
Eschenweg 9 06333 Hettstedt
Tel: (03476) 852288

Aquaclub Hettstedt
Vereinslokal
Gaststätte Waldkater
Beethovenstraße Hettstedt